Warum jede Beratung eine eigene Wissensbasis braucht
E-Mail-Threads, verstreute Slack-Kanäle, geteilte Drives. Funktioniert bei drei Leuten; zerbricht bei dreißig.
The team behind Pith Lab
Der Befund
Die meisten Beratungen verlassen sich noch auf E-Mail-Threads, verstreute Slack-Kanäle und geteilte Laufwerke. Das funktioniert bei drei Leuten; bei dreißig zerbricht es. Der Bedarf nach einer einzigen Such-Oberfläche war noch nie deutlicher — gerade weil Embeddings billig und Retrieval-Modelle vernünftig sind.
Was zuerst kaputt geht
Drei Ausfallmuster treten in dieser Reihenfolge auf: (1) Derselbe Artikel wird am gleichen Tag von zwei Partnern per DM geteilt. (2) Ein Junior fragt nach der regulatorischen Lage und bekommt vier verschiedene geteilte Ordner zurück. (3) Ein Deck zitiert eine Studie, die später niemand mehr wiederfindet. Jedes für sich klein. Zusammen das ganze Problem.
Das Wissen, das eine Beratung anhäuft, ist ihr eigentliches Produkt. E-Mail und Slack sind keine Wissensbasen — sie sind Siebe.
Drei Tabellen reichen
Eine private Wissensbasis braucht kein CMS, keinen Headless-Service, keinen Vector-DB-Daemon zum Start. Drei Tabellen liefern den Großteil des Werts: Bookmarks (URL, Titel, Inhalt, Tags), Highlights (Passagen aus Artikeln) und Konzepte (Themen mit Citations zurück zu den Bookmarks). Alles andere — Briefings, Audio, verwandte Links — ist abgeleitet.
Warum nicht Notion
Notion ist ein Schreib-Werkzeug. Es belohnt das Verfassen. Eine Wissensbasis für Berater muss das Lesen belohnen. Die Oberfläche sollte ein Eingabe-Strom sein (Bookmark, Highlight, Verwerfen), der zu Ausgaben verdichtet (Briefing, Konzept-Seite, Suche). Authoring ist die falsche Primitive.
Kostenrechnung
Ein Ein-Personen-Beratungsbüro liest etwa 15 Artikel pro Tag. Bei je ~5 Minuten ergibt das 75 Minuten täglich Input-Zeit. Bei ~10 Sekunden Bookmark + 30 Sekunden Highlighting kostet die Erfassung etwa 10 % der Lesezeit. Die Rendite — alles je Gelesene wiederfinden, wöchentliche Briefings erzeugen, Konzepte über ein Mandat hinweg sichtbar machen — entspricht dem Rest der Beratungs-Karriere.
FAQ
Was ist anders als Notion oder Confluence?
Notion und Confluence sind Schreib-Werkzeuge. Pith ist ein Lese-Werkzeug. Das Ergebnis sind Briefings und Konzepte — keine Seiten, die jemand schreiben und pflegen muss.
Wo liegen die Daten?
Frankfurt, Hetzner. EU-only. Pro Workspace eine Postgres-Datenbank. Jederzeit als SQL oder Markdown exportierbar.
Wie steht's um Vertraulichkeit?
Workspace-bezogen. Tags pro Klient verbinden Bookmarks mit dem jeweiligen Mandat — das Briefing für diesen Klienten sieht nur diese Bookmarks. Auditierbar.