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Knowledge ManagementSeptember 25, 2026

Der Morgenreport: was in deinem Fach passiert ist, mit Belegen

Jeden Morgen um sechs werden die relevantesten Artikel der letzten 24 Stunden aus den Artikeln selbst zusammengefasst und als kurzer Report geschrieben: Lage, Kernpunkte, Abschnitte pro Thema, jeder Satz mit Beleg. Was ins Wiki kommt, entscheidest du pro Artikel.

In short

Der Morgenreport ist ein Daily Report, den Pith jeden Morgen um 6 Uhr schreibt: Aus den bis zu zwölf relevantesten Artikeln der letzten 24 Stunden in deinen Feeds und deinen Watchlist-Treffern entstehen eine kurze Lage, Kernpunkte und ein Abschnitt pro Thema, jeder Satz mit Nummer der Quelle. Pro Artikel entscheidest du, ob er in dein Wiki kommt, nur behalten oder übersprungen wird. Anders als eine Read-later-Liste sagt er dir, was die Meldungen zusammen ergeben, und bringt über Suchfeeds auch Verlage, denen du noch nicht folgst.

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Stefan Hartmann

Builds Pith

Der Morgenreport: was in deinem Fach passiert ist, mit Belegen

Feeds liefern mehr, als jemand lesen kann. Das Problem ist nicht neu, und die übliche Antwort ist eine Liste: die Artikel des Tages, nach Relevanz sortiert, mit einem Anriss. Eine Liste sagt dir, was erschienen ist. Sie sagt dir nicht, was es zusammen ergibt.

Der Morgenreport versucht das Zweite. Er ist so geschrieben, wie eine Kollegin morgens erzählen würde, was los war — mit dem Unterschied, dass jeder Satz sagt, woher er kommt. Pith ist ein Lese-Gedächtnis für Berater: Es liest deine Feeds, schreibt dir jeden Morgen einen Report, in dem jeder Satz seine Quelle nennt, und übernimmt ins Wiki nur, was du auswählst.

Was jeden Morgen um sechs passiert

Um 6 Uhr deutscher Zeit sieht sich Pith die Artikel an, die in den letzten 24 Stunden in deinen Feeds erschienen sind, und bewertet sie nach deinem Interessenprofil. Die relevantesten, bis zu zwölf, kommen in die Auswahl. Dazu kommen Treffer deiner Watchlist: Begriffe, deren Artikel immer erscheinen, egal wie das Modell ihre Relevanz einschätzt. Sie haben einen eigenen Block und nehmen den zwölf Plätzen nichts weg.

Zu jedem Artikel holt Pith den Text und fasst ihn zusammen — aus dem Artikel selbst, nicht aus dem Anriss des Feeds. Lässt sich ein Text nicht abrufen, etwa weil der Verlag das Auslesen untersagt hat, steht das beim Eintrag, und die Zusammenfassung stützt sich auf den Anriss. Danach werden die Artikel nach Themen gruppiert.

Aus diesen Zusammenfassungen entsteht der Report. Er wird einmal geschrieben und gespeichert, damit er über den Tag gleich bleibt.

Wie der Report aufgebaut ist

Oben steht die Lage: zwei, drei Sätze, was heute zählt und wie die wichtigsten Meldungen zusammenhängen. Darunter drei bis fünf Kernpunkte, je ein Satz, das Wichtigste zuerst.

Dann folgt pro Thema ein Abschnitt. Der erste Satz benennt, was die Meldungen verbindet — einen Trend, einen Widerspruch, eine Frist. Die folgenden belegen das mit den Meldungen. Unter jedem Abschnitt stehen die Quellen als kompakte Zeilen, und wenn dein Wiki schon Seiten zum Thema hat, nennt der Abschnitt bis zu drei davon.

Zu jedem Abschnitt gehört eine Zeile Für dich: wen oder was das in der Beratung konkret betrifft. Zum Beispiel: „Betroffen sind vor allem Hersteller mit eigener Marke." Oder: „Wer Coding-Agenten mit Schreibrechten einsetzt, hat die Lücke im eigenen Repository." Das ist eine Feststellung, keine Empfehlung. Der Report sagt nicht „prüfe", „du solltest" oder „es lohnt sich". Wenn es nichts Konkretes gibt, bleibt die Zeile leer.

Dieselbe Zurückhaltung gilt für den Rest: keine rhetorischen Fragen, keine Wertungen ohne Inhalt wie „spannend" oder „gewinnt an Bedeutung", keine Sätze über den Report selbst. Die Nachricht zuerst, kurze Sätze, Verben statt Substantivketten.

Jeder Satz belegt, und das wird geprüft

Jede Aussage im Report trägt am Satzende die Nummern der Meldungen, auf die sie sich stützt: [3] oder [2, 5]. Das Modell ist angewiesen, keine Zahlen, Namen oder Daten zu ergänzen, die nicht in den Meldungen stehen.

Darauf verlässt sich Pith nicht allein. Nach dem Schreiben werden die Belege geprüft: Nummern, die es an diesem Tag nicht gibt, werden entfernt. Ein Kernpunkt oder Abschnitt, der danach ohne gültigen Beleg dasteht, fällt weg. Wiki-Seiten, die der Report nennt, werden mit deinem Wiki abgeglichen; unbekannte Namen verschwinden. Der Report kann also keine Quelle und keine Seite nennen, die es nicht gibt.

Neue Verlage, ohne dass die eigenen Feeds verdrängt werden

Ein Report, der nur deine abonnierten Feeds liest, bestätigt vor allem, was du schon ausgewählt hast. Ein Verlag, den du noch nicht kennst, kommt nie hinein.

Dafür gibt es Suchfeeds. Einen Google Alert kannst du als RSS-Feed einbinden; Google Alerts hat keine Schnittstelle, deshalb legst du ihn selbst an. Zusätzlich kann Pith Bing-News-Suchen für deine Watchlist-Begriffe und deine stärksten Interessen pflegen, höchstens sechs, wenn du das einschaltest. Bei beiden löst Pith die Weiterleitungslinks auf, sodass der eigentliche Artikel abgerufen werden kann, und merkt sich den Verlag.

Suchergebnisse passen per Konstruktion gut zum Profil — so gut, dass sie in einem echten Lauf elf von zwölf Plätzen belegt hätten. Deshalb sind für Artikel von Verlagen, denen du nicht folgst, genau zwei Plätze reserviert und begrenzt, sofern sie relevant genug sind. Sie sind im Report als neue Quelle gekennzeichnet. Pressemitteilungsportale bekommen keinen dieser Plätze.

Eine Meldung, mehrere Verlage

Suchfeeds bringen dieselbe Nachricht von vielen Seiten, und Presseportale veröffentlichen eine Mitteilung oft mehrfach. Ohne Gegenmaßnahme nimmt dieselbe Meldung mehrere Plätze ein und wiederholt sich im Report.

Vor der Auswahl werden die Artikel des Tages deshalb nach Meldungen gruppiert. Ähnliche Titel und Anrisse ergeben Kandidatenpaare, und ein Modell prüft, ob zwei Artikel über dasselbe Ereignis berichten, nicht nur über dasselbe Thema. Aus einer Gruppe wird ein Eintrag: bevorzugt von einem Verlag, dem du folgst, möglichst nicht von einem Presseportal. Die anderen stehen darunter als „auch berichtet von". Eine Entscheidung zu diesem Eintrag gilt für alle Artikel der Gruppe.

Nichts kommt ohne deine Entscheidung ins Wiki

Unter jedem Abschnitt stehen die Artikel mit drei Möglichkeiten:

  • Ins Wiki — der Artikel wird gespeichert, und aus seinem vollständigen Text entstehen oder wachsen Wiki-Seiten.
  • Behalten — gespeichert und durchsuchbar, aber nicht Teil des Wikis.
  • Überspringen — weg.

Die Zusammenfassung und der Report selbst landen nie im Wiki. Sie helfen dir bei der Auswahl, sie sind kein Beleg. Warum diese Auswahl bei dir liegt, haben wir in Wer pflegt eigentlich dein LLM-Wiki? beschrieben.

Und was ist mit Pocket, Readwise oder Matter?

Read-later-Dienste und der Morgenreport beginnen an entgegengesetzten Enden. Eine Read-later-App verwaltet eine Liste, die du füllst: Du speicherst, was du lesen willst, und liest es später. Der Morgenreport beginnt bei deinen Feeds und sagt dir, was davon heute zählt.

  • Pocket war eine saubere Read-later-Liste mit einem ruhigen Lesemodus und wurde 2025 von Mozilla eingestellt. Gespeichert wurde, was du ausgewählt hattest; eine Zusammenfassung über mehrere Artikel gab es nicht.
  • Readwise Reader ist ein sehr guter Leser, der Artikel, Newsletter, RSS und PDFs an einem Ort sammelt, mit erstklassigem Markieren. Konzeptseiten oder Briefings über viele Quellen gehören nicht zum Kern.
  • Matter ist ein besonders angenehmer Leser mit Newsletter-Postfach und RSS; sein KI-Assistent arbeitet innerhalb des Artikels, den du gerade liest. Eine Ausgabe als Bericht gibt es nicht.

Wer in Ruhe lange Texte lesen will, ist mit diesen Werkzeugen gut bedient. Der Morgenreport macht etwas anderes: Er wählt aus, fasst aus den Artikeln selbst zusammen, verbindet die Meldungen eines Themas, belegt jeden Satz und bringt über Suchfeeds auch Verlage, denen du noch nicht folgst. Was davon bleibt, entscheidest du pro Artikel.

Die Einzelvergleiche: Pith vs. Pocket, Pith vs. Readwise und Pith vs. Matter. Überblicke: Pocket-Alternativen und Readwise-Alternativen.

Zurückblättern

Jeder Tag bleibt gespeichert: Report, Artikel und deine Entscheidungen. Auf der Seite Reports liegen die Tage als Zeitleiste untereinander — Datum, Lage, die ersten Kernpunkte, Themen und wie viele Artikel du schon entschieden hast. Ein Klick öffnet den Report des Tages so, wie er an diesem Morgen aussah.

Ein Artikel von vorgestern kann auch heute noch ins Wiki. Und aus den gespeicherten Reports entsteht, wenn du willst, alle paar Tage ein Audio-Rückblick. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

Wenn du einen KI-Assistenten über MCP angebunden hast, kann er den heutigen Report ebenfalls abrufen, als Text mit denselben Belegen.

FAQ

Woher kommen die Artikel im Morgenreport?

Aus deinen Feeds, bewertet nach deinem Interessenprofil. Dazu können Suchfeeds kommen, etwa ein Google Alert, den du als RSS-Feed einbindest, oder Bing-News-Suchen, die Pith für deine Watchlist-Begriffe und stärksten Interessen anlegt, wenn du das einschaltest. Bis zu zwei der zwölf Plätze sind für Verlage reserviert, denen du noch nicht folgst.

Kann der Report etwas behaupten, das in keinem Artikel steht?

Er soll es nicht, und die Prüfung danach fängt das Wichtigste ab: Jede Aussage muss Meldungen des Tages mit Nummer belegen. Nummern, die es nicht gibt, werden entfernt, und ein Abschnitt ohne gültigen Beleg fällt weg. Wiki-Seiten, die der Report nennt, werden gegen dein Wiki geprüft.

Landet der Report in meinem Wiki?

Nein. Der Report hilft dir bei der Entscheidung, er ist kein Beleg. Ins Wiki kommt nur ein Artikel, den du dafür auswählst — und dann mit seinem vollständigen Text, nicht mit der Zusammenfassung.

Ersetzt Pith Readwise?

Nicht in dem, was Readwise am besten kann: Markierungen aus vielen Quellen sammeln, per Wiederholung wieder vorlegen und mit Reader ein sehr guter Leser. Pith setzt woanders an: Es schreibt jeden Morgen aus deinen Feeds einen Report, in dem jeder Satz seine Quelle nennt, und baut aus den Artikeln, die du auswählst, ein Wiki mit Belegen. Beides lässt sich nebeneinander nutzen.

Gibt es eine Read-later-App, die mir sagt, was an einem Tag wichtig war?

Eine Read-later-App verwaltet eine Liste, die du selbst füllst. Pith geht den umgekehrten Weg: Jeden Morgen um 6 Uhr wählt es aus deinen Feeds die relevantesten Artikel der letzten 24 Stunden, fasst sie aus dem Artikeltext zusammen und schreibt daraus einen kurzen Report mit Lage, Kernpunkten und Abschnitten pro Thema. Jeder Satz nennt seine Quelle, und du entscheidest pro Artikel, was ins Wiki kommt.

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